Monika
28. Mai 2009 | Süddeutschland
Heute wurden ich und mein kleiner Krümel von einander getrennt (das Fachwort dafür kann ich leider nicht ausschreiben, es ist so unmenschlich). Ich und mein Mann haben so für dieses Kind gekämpft. Seit 8 Jahren versuchen wir schwanger zu werden und so langsam gehe ich auf die 40 Jahre zu. Wir haben 7 Inseminationen und 2 künstliche Befruchtungen hinter uns. Wir hatten dieses Kind so verdient, aber das hattet Ihr natürlich alle auch. Ich hatte vergangen Sonntag leichte Zwischenblutungen und so sind wir völlig aufgelöst in die Frauenklinik gefahren. Man hat uns dort beruhigt...das Herz hat geschlagen und schließelich gibt es das wohl oft, daß Frauen leichte Blutungen haben. Am Dienstag bin ich dann zu meinem hiesigen Frauenarzt gefahren und ich dachte noch im Nachhinein, ich hätte am Sonntag leicht überreagiert. Zuerst machten der Arzt und ich noch "Lockere Sprüche" und dann hat er mich untersucht. Ich habe natürlich gleich gesehen, daß da was nicht stimmt und mir ist schon das Herz selber stehen geblieben, bevor er es gesagt hat. Es war so schlimm, ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, als er es mir sagte. Er war selber ganz geschockt. Ich werde diesen Moment nie in meinem Leben vergessen können, als er es aussprach.
Könnt Ihr es verstehen, daß ich es nicht ertragen konnte, das Kleine in mir zu haben. Ich habe mir die Augen ausgeheult. Mein Mann hat mir noch gut zugesproche, als er sagte, natürlich kannst Du das aushalten, es ist unser Kind, unser Fleisch und Blut.
Heute war ich dann also in der Klink. Der Muttermund war noch ganz fest verschlossen und nach dem Eingriff hat mir die Ärztin gesagt, daß das Kleine noch ganz fest in der Gebärmutter saß. Es wollte also auch nicht gehen. Ich bin so verzweifelt und traurig. Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Ich musste es jetzt hier einfach von der Seele schreiben. Ich fühle mich jetzt so leer.
Danke daß Ihr mir "zugehört" habt.
Alles Gute für Euch alle
Monika
Susanne Patzwaldt
11. März 2009 | Neufahrn b. Freising
Vielen Dank für diese Internet-Seite,
ich habe unseren Sohn Samuel am 29.10.2008 tot geboren. Seitdem gibt es für mich zwei Leben: eines davor und eines danach. Er war so schön, so vollkommen. Ich war in der 25. SSW, habe bei einer Routineuntersuchung erfahren, dass das kleine Herzchen nicht mehr schlägt. In diesem Augenblick ist mein Herz gebrochen und ich bin zum Teil mit gestorben. Aber als ich ihn in meinen Armen hielt, um ihn zu verabschieden, empfand ich keine Trauer, sondern nur Liebe.
Natürlich versuchen wir, wieder schwanger zu werden, schliesslich haben wir noch so viel zu geben.
Aber mein kleiner Sammy wird immer mein erstes Kind bleiben.
Mein Mann hat es meinem 10.jährigen Stiefsohn mit folgenden Worten gesagt: "Dein Bruder fliegt jetzt mit den Engeln".
Wir verarbeiten das Schicksal jeden Tag und ich weiß, dass ich wieder anfangen muss, ein normales Leben zu führen. Am Montag fange ich nach meinem Mutterschutz wieder an zu arbeiten, aber es wird immer eines bleiben: Das Leben danach.
Susanne