Unsere Geschichte
Erzählt von Manu
Ein Traum zerplatzt | Ein Traum zerplatzt ... |
| Geschrieben von Manu | |
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wie eine Seifenblase!
Wir sind dann Sonntags 19.02.2006 in die Notdienstapotheke nach Siegen gefahren und haben wieder einen Frühtest gekauft. Der schlug dann auch sofort an. Wir waren schwanger und ich glaube in diesem Moment die glücklichsten Menschen der Welt. Micha kam extra zu mir, ich wohnte ja noch nicht bei Ihm und wir haben gemeinsam das erste mal unser Baby im Ultraschall gesehen, ein toller Moment, bis der Arzt meinte, da sei noch was, er könnte es aber nicht genau deuten, ich sollte nächste Woche wieder kommen. Auf dem Weg von Frankfurt nach Siegen, schweigen. Uns war klar ein andere Arzt muss her, ich brauchte ja hier einen. Wir sind dann in die Stähler-Klinik zu Dr. Bickmann nach Siegen gefahren. Nach endloser Warterei, alles OK mit dem kleinen Würmchen. Am 09.03.2006, am Geburtstag meiner Mama dann wieder Untersuchung, und ich werde diesen Moment NIE vergessen als der Arzt meinte das Herzchen schlägt und das zweite auch. Wie das zweite? Es waren Zwillinge. So habe ich meiner Mama ein doppeltes Geburtstagsgeschenk machen können. 11 Tage später am 20.03.2006 ist meine Mama plötzlich und unerwartet an einer Lungenembolie verstorben. Das war schrecklich.
Hatte gerade den Umzug von Frankfurt nach Hünsborn hinter mir, war doppelt schwanger und dann das, und trauern ging auch nicht richtig, ich musste doch an die Babys denken. Das war eine schlimme Zeit. Besonders schön war es morgens und abends immer, wenn Micha die kleinen begrüßt hat, oder mit Ihnen gesprochen hat, sie sollen lieb sein und mich nicht so ärgern heute mal, weil mir halt oft schlecht war. Er hat meinen Bauch massiert und gestreichelt und wir haben diese Zeiten immer genossen. Wir haben uns halt riesig über unsere beiden gefreut.
Dann am 16.05.2006, hatte ich furchtbare Schmerzen. Ich rief beim Arzt an, der war im OP. Bei Astrid meiner Hebamme, sie meinte so wie ich das beschreibe seien das Vorwehen, ich solle doch sicherheitshalber mal ins Krankenhaus fahren. Am 18.05.2006, mein 30 Geburtstag, dann die Diagnose die wir befürchtete haben, die beiden haben das Fetofetale Transfusionssyndrom . Und wir haben auch erfahren was es wird. Zwei Buben. Jonas und Elias. Jonas hatte zuviel Fruchtwasser, mir wurde am nächsten Tag eine Cerclage gelegt. Meine erste Frage nach dem Aufwachen, ob ich die Babys noch habe, weil das Risiko des Blasensprungs ja da war. Alles in Ordnung.
Hatte nur höllische Schmerzen, man konnte mir ja so nichts geben, aber für meine Babys hätte ich alles getan. Jonas wurde 450 ml Fruchtwasser entzogen. Beim Ultraschall am nächsten Tag alles so wie Sich die Ärzte es erhofft hatten. Jonas hatte zwar wieder Fruchtwasser dazu bekommen, Elias hat seines aber auch erhöht. Die Blutwerte waren besser geworden und es war gut. HOFFNUNG! Man sagte uns das ich ab der 24 dann wahrscheinlich Lungenaufbauspritzen bekäme und das wir versuchen werden die kleinen bis zur 28/30 Woche zuhalten, wenn es geht sogar länger, aber ich wäre ja aufgrund der Diagnose vorbereitet. Wir waren glücklich dass alles so gut verlaufen ist. Ich legte Ihnen immer wieder mal die Spieluhr die Micha besorgt hat, mit der Melodie vom Sandmann auf den Bauch, zur Beruhigung. Montagabend dann bekam ich leichte Schmerzen. Erst noch erträglich die dann aber schlimmer wurden. Ich bekam ein Zäpfchen das rückwirkend wieder raus kam. Die Hebamme wurde gerufen um ein CTG zumachen. Ich hatte furchtbaren Druck und musste Wasser lassen. Bin dann wieder ins Bett gekrochen, man wollte mir gerade das CTG anlegen in diesem Moment bekam ich starke Schmerzen und die Fruchtblase ist geplatzt. Ich habe geschrieen. Zwei Minuten vorher und mein Kind läge im Klo, und ich wusste alles hoffen und beten war vorbei. 18. Woche, das war einfach zu früh. Ich rief Micha an, er solle kommen, es war ca. 23.30 Uhr. Ich wurde dann hochgefahren zu Ultraschall und dann das schlimmste überhaupt. Die Herzen der beiden schlugen, aber es gab keine Hoffnung. Ich hatte zuviel Fruchtwasser verloren. Es war eine Frage der Zeit jetzt. Ich kam in den Kreissaal. Stephan, Micha Bruder kam, was ich ganz toll fand, wir waren nicht alleine. Mir wurde bei vollem Bewusstsein die Cerclage geöffnet. Warum man mir nichts gab, ich weiß es nicht. Hätte ja alles haben können, weil es definitiv keine Hoffnung mehr für die beiden, gab auch wenn die Herzchen schlugen. Ich habe geschrieen wie am Spieß. Das waren Horrorschmerzen, der Fäden ließ sich schlecht lösen und ich war am Ende, habe nur geweint. Meine Babys - unsere Babys. Wir haben uns doch so darauf gefreut…
Dann warten. Die Hebamme meinte mal ich solle pressen, aber das wollte ich nicht, ich wollte nichts spüren. Ich wollte einen Kaiserschnitt, man meinte das sei zu gefährlich, mir egal. Mir war alles Egal. Ich bekam eine PDA, die nicht weh tat zu meinem erstaunen, die saß aber leider nicht richtig, so das keine Wirkung einsetzte. Es wurde eine zweite gelegt. Sie hätten alles mir machen können. Dann hatte ich wieder Druck, ich musste Wasser lassen, die Hebamme hat mir die Blase mit einem Katheder entleert. Micha war auch gerade auf der Toilette und als er wieder kam lagen unsere beiden Mäuse vor mir.
Die Tage Zuhause waren die Hölle. Schmerzen körperlich hielten sich in Grenzen, ich war seelisch am Ende. Am Samstag 27.05.2006 wurden die beiden in Hünsborn auf dem Friedhof im engsten Familienkreis beerdigt. Von dort aus sehen Sie das Licht, das strahlende Licht Gottes. Sie wohnen jetzt im Hause Gottes wo viele Wohnungen sind. Es waren Kinder der Hoffnung, der Liebe, der Freude. Unser Leben wird Nie mehr so sein wie es mal war. Es wird immer was fehlen.
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