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Auch mein Traum zerplatzt
Geschrieben von Micha   

Manu und ich kennen uns im Prinzip schon seit 2 Jahren. So richtig zusammen sind wir seit Oktober 2005. Im Februar 2006 kam dann die Überraschung – schwanger und das trotz Nuva-Ring... Wir hatten eigentlich geplant im Herbst den Ring wegzulassen. Kinder kommen aber nun  mal wenn sie wollen und nicht wenn man sie einplant. Wir waren unendlich glücklich! Am 9. März haben wir dann erfahren dass in Manus Bauch 2 Herzen schlagen – Zwillinge! Doppeltes Glück – wir konnten es kaum erwarten. Dann der 1. Schock. Am 20.03. 06 ist Manus Mutter ganz plötzlich und unverhofft im Alter von nur 54 Jahren verstorben. Lungenembolie. Das war für alle und besonders für Manu ein schwerer Schlag. Manu musste an die „Kleinen“ denken. Also bloss nicht aufregen und auch sonst keinen Stress. Die Schwangerschaft verlief bis Anfang Mai dann problemlos – von den üblichen „Nebenwirkungen“ einmal abgesehen.

Am 16 Mai, 3 Tage vor Manus 30. Geburtstag bekam sie plötzlich wehenartige Schmerzen. Also sind wir in das für uns zuständige Krankenhaus nach Siegen gefahren. Wehenhemmer und eingehende Untersuchungen per US folgten. Am 18. Mai (Manus 30.  Geburtstag) bekamen wir die Diagnose: Jonas und Elias waren eineiig und hatten daher nur eine Plazenta. In der Plazenta gab es leider eine Verbindung zwischen den beiden.
> Fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS). Link: Fetofetales_Transfusionssyndrom
Außerdem hatte Manu eine Trichterbildung am Gebärmutterhals.

Am Freitag wurde eine Cerklage gelegt – der Gebärmutterhals also zugenäht. Weiterhin wurden Wehenhemmer eingesetzt. Es wurde festgestellt das Jonas zuviel Fruchtwasser hatte, Elias viel zu wenig. Beide waren zu dem Zeitpunkt gleich groß und fast gleich schwer. Am Sonntag wurde dann bei Jonas 450 ml Fruchtwasser durch eine Punktion entnommen. Alles verlief sehr gut. Auch die Ärzte waren am Montag voller Hoffnung und Zuversicht. Aber es sollte alles anders kommen:

In der Nacht um 23:20 Uhr bekam ich von Manu den völlig entsetzten Anruf dass die Fruchtblase geplatzt sei. Ich weiß bis heute noch nicht so genau wie ich dann nach Siegen gekommen bin. Manu war im Kreissaal, am Ultraschall konnte man noch die Herzen der beiden schlagen sehen. Wir hatten noch ein kleines Fünkchen Hoffnung. Es war alles vergebens. Alles warten, bangen, flehen und beten - alles umsonst. Man hat Manu ohne Betäubung die Cerklage öffnen müssen. Ihre Schreie werde ich nie vergessen. Es musste aber sein - der Druck hätte sonst den Gebärmutterhals eingerissen. Dann warten - unendliche Stunden warten darauf das die beiden tot und auf natürlichem Weg auf die Welt kommen bzw. kurz nach der Geburt sterben. Sie waren in der 18 SW. – keine Chance auf Überleben. 

Um kurz vor 5 Uhr war es dann soweit.  Jonas und Elias wurden geboren. Es waren fertige kleine Menschen. Wir konnten und wollten sie sehen. Diesen Anblick werden wir nie vergessen. Man hat uns Fotos und Fußabdrücke von den beiden gemacht - als Erinnerung für später. Jonas und Elias wurden am Samstag auf dem Friedhof in Hünsborn beerdigt. So haben wir wenigstens einen Ort an dem wir trauern können.

Auf die Frage nach dem warum gibt es keine Antwort. Von niemanden. Die beiden sind jetzt bei Gott, daran glauben wir. Es ist so unendlich schwer - wir wissen nicht wie wir damit fertig werden sollen. Wir haben lediglich die Gewissheit dass sie nicht leiden mussten und Manu aus medizinischer Sicht alle Chancen hat wieder schwanger zu werden. Es spricht nichts dagegen. Auch aus genetischer Sicht gibt es keine Probleme - die beiden waren kerngesund.

Jonas und Elias werden immer in unserem Herzen sein. Wir haben jetzt vor einer erneuten Schwangerschaft Angst. Besonders Manu hat mit dieser Angst zu kämpfen. Vielleicht findet sich hier jemand der ähnliches in diesem Stadium der Schwangerschaft mitgemacht hat. 

Die Geschichte geht noch weiter. Zu unserem Schutz haben wir die weiteren Kapitel gesperrt. Wenn Sie alle Texte lesen möchten, müssen Sie sich einmalig registrieren